Das Weizenfeld
 

Nun steh ich hier, als unscheinbarer Fleck in grauen Lebensweiten. Der Augenblick der Besinnung kam und so schloß ich all die Schmerzen und brach mit alter Leidlichkeit. Stummen Wortes, stillen Schweigens erhob ich mich und schritt voran. Lies meine Hände langsam gleiten, lies mich nur noch vom Winde leiten. Und als das langersehnte, nie erhoffte Ziel erreicht, so hielt ich inne, auf das ich mich ein weiteres mal besinne.
Die Augen wund, so starren sie gen Himmel. Ein Schleier Schwärze, durchbrochen nur von schmerzend Lichtersternen, legted sich über all die Welten. Ein Abglanz fahlen Mondeslicht erhellt die dunklen Weiten. So lasset mich nun weiterschreiten....
Ein letzter Geistenschlag riß mich aus dumpfer Starre. Nun erkannt ich diesen letzten Ort. Von bauchhohen Gegräs war ich umgeben, welch sanft im Winde wiegend, schmerzend mich erschlugen. Die Hände kaum noch kontrollierend ergriff ich eine dieser Peitschen, wollt enden lassen ihre Hiebe. So rieß ich denn den unmenschgen Peiniger hinaus und warf ihn fort. Einer ging in diesen Weiten. Ungezählte bleiben, frassen ihn und fressen ihres gleichen und das in unbegreiflichen Gezeiten...
Doch mit weiterem Geistesschlage zerreißt das Leidensbild der Welten und ein paradiesisch Ort wird kund. Langsam streicheln die starren Hände über weiche Gerstenzweigen, welche sanft sich wiegen in dem lauen warmen Abendwind. Und so spür ich seine Tollen, spielt mit mir und meines Gleichen. Und erfüllt von Lebenshasse genoß ich dieses letzte Spiel...
Dumpf mich wiegend, dumpf vergessend, schloß ich nun ein weiteres mal die Augen. Und grelles Lichterspiel verlor die Macht über die Gereizten. Nur die gehaßten Peitschen, streichelten noch sanft den kranken Leib. Wärme grell durchzuckend, drank zu mir heran. Riß nicht nur die alten Weltenseher ein letztes Mal hinauf um zu betrachten alte Zeiten....
Und wie im Geisteswahne wand ich diesen geschunden Körper, um zu erblicken SEINE Tat. Und voller tiefentsetzer Freunde, erblickten meine rotgereizten Augen, diese eine letzte Tat. Sie weideten sich am Inferno, nie endenter Qualen, selbstgelegter Flammenspiele. Ab und zu drang nur noch verhallten laute Schmerzenschreie altgehaßter Feindesseelen. Und die Flammenglut berührt den Himmel, schießt hinauf zu seinen Weiten. Und nur mit einem Lächeln sie begleitend, trug der Abendwind die Asche fort.
Wie das Lustspiel kalten Hassens mich erquickend, legt ich nieder meine Glieder. Meine Zeit ist abgelaufen und so ballt ich meine Fäuste, greifend nach der Muttererde kalten Schoß. Und zum allerletzten Male schloß die Augen tiefster Qualen sie erachtet, wärend altes Herz sie noch erleidet. Mit einem Rucke, höchstens Wunsches, befreit die leident Seele sich nun endlich aus dem kranken Ort des Schmerzes. Steigt hinauf in natürliche Weiten, um zu vollenden ihre Tat...