Klingenspiel
 

Ich sitze hier im Unbedacht der Zeit und bedenke alte Taten. Langsam streichen kranke Hände über schmerzerfüllten Leib und fühlen des Lebens tiefste Wege...
Wund um Wund ist bald begangen, Schmerz, der lang gefangen, in den Körperspalten ruhte, wird mit Schlag und Schnitte nun befreit. Kriechend nur, in langsam Schritte, weicht das Blutgewäsch hinfort. Kurzes Blitzen kalter Klinge, läßt mich zucken und sofort im Denken ich beginne, alte Tat von vorn zu sehn.
Leblos schein ich dort zu sitzen, halte Messer in der Hand. Führ es Stumm durch kaltes Fleisch, fühl das Blut und wie durch inneres Geheiß ich setz die Klinge noch ein zweites mal. Immer wieder frisst sich leuchtend Ding durch blassen Leib, geht roter Weg durch fahle Nacht. Nur das Mondlicht ist Geleit...
Nachdem der Geist in unbekannte Welt entglitten, ruht das Sein in ungesehenen Schein. In Arme seltner Wesen es gebetet, fühlt der stummen Liebe nur. Der letzte Halt sei bald vergangen, Blut es mischt sich überall.
Trauer war ihr Ort des Lebens, Hilfe ward verzweifelt kund. Klingentanz in dunkler Stunde, führte sie zu fernen Orte. Messers Wege, rot gekleidet, blass gebaut, geleitet sie durch alle Zweiflung, mischte sie und machte Eins. In des Todes Schwingen wärmend an einander schmiegend, liegen kalt gebettet sie. Hier sie Ruhen ohne alte Leiter, sind nun Frei von schändlicher Begier. Jüngst gestreckt durch eigen Hand, fern gelenkt durch fremde Wesen, beschritten sie auch ohne Geist den letzten Weg. Schmerzensschrei und Abschied stumm verhallen in den leeren Köpfen.
Blut trug sie hinfort... in eine andre Welt... sie ... blieben ... dort...