Todgebot
 

Beklemmtes Herz schlägt tief in kalter Brust. Ewig Einsamkeit bring dunkelsten Verdruss. Lebensende liebster Wesen verbirgt den wahren Schaffenszug. Hass und Inbrunst war mein Leben. Zeit und Tod war das Begehr.
Stummheit war mein Lebensinhalt. Starrheit mein Erscheinungsbild. Der alte Leib in schwarze Kleider war gehüllt. Heut zierrt ihn Blut und Ewigkeit...
Ich war der Richter vieler Menschen. Ich war der Wächter und des Opfers Hand. Begleitung warn die Hassgeleiter, doch Menschtum ist zu mehr bereit...
Der Weg des Menschen ist sein Handeln. Des Geistes Weg ist nicht das Denken. Irrtum ist unser Wegeweiser, Falschheit unsre höchste Kunst...
Wir warn beisammen all die Zeit. Der Raum getrennt, der Geist vereint. Gedankenbilder längst verwaschen, nur das Gefühl wärt Ewigkeit...
Das Heim war Liebe, das Tor der Tod...
Angst und Verdammnis geiseln Racheopferaugen. Entsetzten spielt mit ihrm Gesicht. Ich war das Tier nur mit Verstand, der längst verloren tief im Herzen alter Liebe ruhte. Ihre Haut so warm und glatt...
Zucken rast durch meinen Körper. Hass kehrt zurück, bleib ewig heim! Ich hab gedient, das Wirrtum war verzweifelt...
Ich hör die Schreie, hör das Flehen. Nichts kehrt zurück, bliebt ewig da. Wenn wir vergeben unser Sein, bleibt nur zurück was wir getan...

Das Altum wird auf ewig bleiben. Es steht ganz unverrückt hier hinter mir. Es hält die Waffe in der Hand. Ich spür die Kugel... kalt... im Körper ist kein Halt... das letzte Sinnen ist entrückt... der letzte Zweifel wird zerdrückt... ich spür die Liebe richtend Hand... ich fühl Verstand... und mit der Hand führ ich der Klinge Tod... hier endet sein Gebot!