Totes Leben
 

Von fahler Einsamkeit umringt, saß ich in dunklen Höhlenheim. Hoffnungsvolles Licht drang aus einer kleinen Öffnung nur in trübe Einsamkeit und ward zu gleich erdrückt vom dunklen Wahn, der diesen Ort erfüllt. Mit blutend Tränen in den Augen lehnt ich an kalten Wänden. Leblose Blicke streiften über altes Bildermeer. Vor mir aufgebahrt, starren mich aus tausend Augen, alte Leben wider an. Und wie sie wichen, trat ein Hauch von Auferstehung in die schmerzend Lider...
In der Flut der Menschendinger wart ein ganz besonderst holdes Wesen kund. Mit ihrem Erscheinen, kamen die Erinnerungen, wühlten sich aus gebannten Seelenweiten hinauf zum alten Herz und rangen ihm eines neues Schlagen ab. Ich schloß die Augen um mich hinzugeben, wollte fühlen, was schon längst vergangen. Ein wirres Lichterspiel riss mich aus diesen unrealen Abbild falschen Lebens und zog mich zurück zur Zeit, wo ich noch ward...
Ich sah mich um, erblickte höhe Türme und alte Gemäuer. Der Saal um mich herum war gefüllt von einer fröhlichen Masse trauriger Menschenkinder. Doch als mein Blick zur Seite streifte, da sah ich sie erneut. Am fahlen Leib, der wohl verhüllt von schwarzen Tuch und Haar vergangen war in all der Zeit, sind nun des Alters Spuren abgerungen. Mit Trauer im Herzen, faßt ich die Wärme ihrer kalten Hand und brauchte sie zum Brautaltar. Ich sah ihre Lippen wie sie in frommer Hingabe ewigen Liebesschwur an den Gemahl versprachen und wie die Seinen sie erwiderten. Und so verliess ich ihres Glückes sicher, trauernt diesen Ort der Freude. Ich gab dahin ein geliebtes Wesen, nur ein weitres unter vielen...
Ein stechend Schmerz in meinem Herz lies das Blut erkalten und den Atem stocken. Der Glanz in den Augen ward verronnen und nur eine Träne ward genommen aus des Leidensmeeres Gruß...
Schnell sah ich weiter, wollt vergessen und wie besessen glitten in wirren Bahnen alte Blicke über längst vergangene Zeiten. Jedes Bild brachte Erinnerungen, brachte Schmerz und wildes Leid. Dies war meine einzige Heiterkeit....